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Realschule 2009-2010

Beim Rollstuhlbasketball merkten die Schüler rasch, wie kompliziert das Zusammenwirken von Rollstuhlfahren und präzisem Ballspiel sind.<br /> Foto: Martha Weishaar
Sport, der Fairness und Toleranz fördert

Völlig neue Sporterfahrungen durften die Realschüler im Rahmen ihrer dritten Themenwoche machen. Gleichzeitig wurden damit Kompetenzen wie Fairness, Respekt und Toleranz gefördert. Die Jugendlichen erfuhren nämlich bei "Goalball" sowie Rollstuhlbasketball ein Gefühl für die Lebenswelt behinderter Menschen.
Gefördert wird dieses Projekt von der Deutschen Telekom, die den Sport nicht allein unter dem Gesichtspunkt "schneller, höher, weiter" betrachtet, sondern junge Menschen über den Sport für unterschiedliche Lebenssituationen sensibilisieren und gegenseitiges Verständnis in den Fokus rücken will. Auf sportlich-spielerischem Weg soll ein Miteinander ohne Hemmschwellen und Barrieren erreicht werden. Schulen sind eine ideale Plattform, Schüler mit dem Thema Behinderung überhaupt in Berührung zu bringen und zu vermitteln, was Behinderte leisten können, erklärt der Projektleiter des Telekommunikationsanbieters, Thomas Stephany. Man will damit Schülern einen Einblick in das Leben von Behinderten gewähren und Vorurteile aufheben.

"Goalball" ist eine paralympische Disziplin und wird von Sehbehinderten auf einem Volleyballfeld gespielt. Die Jungs und Mädchen imitieren die Sehbehinderung mittels blickdichter Brillen. Sie müssen sich also ausschließlich auf ihr Gehör verlassen, wenn sie einen mit einer Klingelkugel versehenen Ball abwehren oder ins gegnerische Tor befördern. Sportlehrerin Ute Kaiser, die für die Realschule diese außergewöhnliche Themenwoche initiiert hat, berichtet von Schülern, die ohne Augenlicht richtiggehende Ängste entwickeln. Sowohl die Orientierung als auch die Koordination sind nämlich entscheidend an die Sehkraft gebunden.
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Beim Rollstuhlbasketball lernten die Achtklässler im Freiburger Stephan Schultz einen Betroffenen kennen, der aktiv in der zweiten Schweizer Liga in Basel spielt und interessante Details über die Modalitäten beim Rollstuhlbasketball verriet. Für die Schüler war es eine lehrreiche Erfahrung, wie hoch so ein Basketballkorb hängt, wenn man im Rollstuhl sitzt und wie kompliziert es ist, gleichzeitig Rollstuhl zu fahren und treffsicher Ball zu spielen. In diesen beiden Sportarten erfuhren sie jedenfalls wesentliche Einschränkungen am eigenen Leib.

Wave board" heißen diese neuartigen Bretter, die in der Mitte ein Gelenk und an der Unterseite nur zwei Rollen haben.  Foto: Martha WeishaarAußerdem durften sich die Schüler beim "wave boarder" messen, einer neuen Variante von Skateboards, die mit einem Gelenk in der Mitte und nur zwei Rollen nicht nur ein hohes Maß an Geschicklichkeit, Körpergefühl und Gleichgewicht verlangen, sondern einmal mehr zeigen, wie erfindungsreich die Sportindustrie ist, wenn es darum geht, junge Menschen immer wieder mit neuen Geräten für Sport zu begeistern – im Idealfall lebenslang. Daran ist nichts Verwerfliches, ist es doch erklärtes Ziel vom Schulsport, junge Menschen für die Dauer ihres ganzen Lebens für aktiven Sport zu begeistern. Die Sportlehrer der Realschule lassen sich hierzu immer wieder Spannendes einfallen.

© Badische Zeitung v. 15.05.2009
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